Ratgeber
Ein Amtsbrief, ein Vertrag oder eine Mahnung liegt da und macht Druck. Hier erfährst du in einfacher Sprache, was solche Briefe bedeuten, worauf du bei Fristen achten musst und was du Schritt für Schritt tun kannst.
Der häufigste Fehler ist, einen unangenehmen Brief zur Seite zu legen. Das Problem verschwindet nicht, die Frist läuft trotzdem. Öffne den Brief und atme einmal durch. Ihn zu lesen kostet dich nichts, ihn zu ignorieren kann teuer werden.
Suche nach einem Datum oder einer Formulierung wie „innerhalb von 14 Tagen" oder „binnen vier Wochen". Diese Frist entscheidet, wie viel Zeit du hast. Trag sie dir sofort ein, am besten mit einer Erinnerung ein paar Tage davor.
Geht es um Geld, um eine Antwort, um fehlende Unterlagen oder nur um eine Information? Meistens steckt die eigentliche Aufforderung in ein bis zwei Sätzen, der Rest ist Begründung und Paragrafen.
Du bist selten machtlos. Gegen einen Bescheid gibt es die Beschwerde (in Österreich meist vier Wochen Zeit). Bei einer Forderung kannst du oft eine Ratenzahlung vereinbaren. Und bei vielem hilft schon ein kurzer Anruf bei der angegebenen Stelle.
Jede Behörde schreibt anders und will etwas anderes. Hier erklären wir die Briefe der wichtigsten Absender, jeweils mit den Fristen, auf die es ankommt:
Manche Themen tauchen unabhängig vom Absender auf. Diese Ratgeber helfen dir bei jedem Brief weiter:
Mach ein Foto vom Brief, und Liese erklärt dir in einfacher Sprache, was drinsteht, was es kostet und bis wann. Auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Russisch. Kostenlos in der Beta.
Liese kostenlos testenEin Bescheid ist eine verbindliche, schriftliche Entscheidung einer Behörde in deiner Sache, zum Beispiel vom Finanzamt oder der MA 35. Er enthält fast immer eine Frist und eine Rechtsmittelbelehrung, die dir sagt, bis wann und wie du reagieren kannst.
Gegen einen Bescheid kannst du in Österreich in der Regel innerhalb von vier Wochen Beschwerde einlegen. Die genaue Frist steht in der Rechtsmittelbelehrung des Bescheids. Bei anderen Briefen wie Mahnungen setzt der Absender die Frist selbst.
Fristen laufen weiter, egal ob du den Brief liest. Eine verpasste Frist kann bedeuten, dass eine Entscheidung rechtskräftig wird, Mahnspesen entstehen oder eine Leistung wegfällt. Deshalb gilt: öffnen und die Frist suchen, statt weglegen.
Kostenlose Anlaufstellen in Österreich sind unter anderem die Arbeiterkammer, die staatlich anerkannte Schuldenberatung und Sozialberatungsstellen. Liese hilft dir, den Brief zuerst überhaupt zu verstehen, ersetzt aber keine Rechtsberatung.
Liese ist eine Verständnishilfe und gibt dir einen ersten Überblick. Diese Seite ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.